Der Untersuchungsgegenstand der Linguistik sind zunächst die tatsächlich
existierenden, natürlichen Sprachen. In diesem Seminar erweitern wir ihn
um Kunst- und Plansprachen, also um erfundene Sprachen. Das Erfinden von
Sprachen lotet die Grenzen dessen, was eine Sprache ist und sein kann,
aus, und schärft damit die Definition des Begriffes an sich. Auch
spielen konstruierte Sprachen eine Rolle in der Forschung (kontrollierte
Korpora, Spracherwerbsexperimente). Im Untertitel nenne ich Esperanto
stellvertretend für konstruierte Welthilfssprachen, und Klingonisch für
fiktive Sprachen, die beiden häufigsten Unterarten von Plansprachen.

Themen des Seminars sind: Sammeln und Klassifizieren von Plansprachen,
Gründe für und angewandte Methoden bei ihrer Konstruktion, Grenzen des
Begriffes "Sprache", sprachliche Vielfalt und Universalien, geplanter
und spontaner Sprachwandel, die Einarbeitung in und Vorstellung von
einer selbstgewählten Plansprache. Je nach Interesse der Teilnehmer
kommen hinzu: Konstruktion einer Plansprache, maschinelle Verarbeitung
von Plansprachen, etc.

Sprachpolitische und soziologische Aspekte bleiben außen vor: Dies ist
kein Kurs über "Interlinguistik", "internationale Kommunikation" oder
Sprachkontakt. Auch betrachten wir Sprachen unabhängig von ihrer
Sprecherzahl oder Beliebtheit: Dies ist kein Kurs ausschließlich über
Esperanto, oder Klingonisch. (Den Untertitel "Von Spokil bis Dothraki"
hätte nur keiner verstanden.)