Spiritualität, Sexualität und Gender und deren wechselseitige Beziehungen mit dem jeweiligen Bild von Göttlichkeit, Mensch und Kosmos wollen wir in diesem Proseminar untersuchen - im Kontext der ostasiatischen, indischen, nahöstlichen und abrahamitischen Religionen und einiger der "Neuen spirituellen Bewegungen”,aber auch bezüglich der kontemporären "Individualspiritualität”.

Der jeweilige historische, theologische, psychologische und soziologische Hintergrund für die Rituale, Symbole, Ethik und Glaubenssätze einer Religion oder spirituellen Bewegung wird uns helfen, deren "Spiritualität” und Vorstellungen von Körperlichkeit, Sexualität und Gender besser zu verstehen. Mit Methoden der Religionswissenschaft, Religionspsychologie und Neuropsychologie werden wir uns insbesondere auch mit den Fragen befassen, wie der jeweilige Kontext einer Religion die Sicht ihrer Mitglieder beeinflusst hat bezüglich Hetero-, Homo-. Bi- und Transsexualität einerseits und bezüglich Status, geschlechtspezifischer Rollen und geistiger Kräfte von Frauen und Männern andererseits - so, wie sie die Entstehung und Kontinuität patriarchaler Systeme bedingt haben. Natürlich werden wir auch die Spuren der vorpatriarchalischen Herrschaft der Muttergöttin verfolgen, sowie Matrielinearität, Matrilokalität und spezielle Frauenrituale in einigen späteren Kulturen.Und schliesslich werden wir uns den modernen und postmodernen Veränderungen in den Religionen widmen, die durch den Einfluss von religiösem Feminismus und den LGBT- und Männerbewegungen erreicht wurden.